Freistellungsauftrag

Wozu dient der Freistellungsauftrag und wie hoch ist der Sparerfreibetrag (Sparer-Pauschbetrag) für den Freistellungsauftrag bei Kapitaleinkünften? Welche Bedeutung haben Kapitalertragsteuer und Zinsabschlagsteuer? Auf dieser Seite finden Sie Informationen rund um das Thema Freistellungsauftrag und ein Muster für ein Freistellungsauftrag-Formular zum downloaden.


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Durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14.8.2007 (BGBl 2007 I S. 1912) wurde die so genannte Abgeltungsteuer ab dem Jahr 2009 eingeführt. Hinweise zu dieser besonderen Besteuerung finden sich auf Abgeltungsteuer.com.de. Den Sparerfreibetrag bzw. neurdings Sparer-Pauschbetrag können Steuerpflichtige dabei weiterhin bereits vor Steuerabzug durch die Kreditinstitute in Anspruch nehmen. Hierzu kann beim kontoführenden Kreditinstitut ein Freistellungsauftrag gestellt werden. Der dadurch von der Besteuerung freigestellte Betrag Erträge, wie Dividenden, Tagesgeldziinsen oder Festgeldzinsen nennt sich dementsprechend Freistellungsbetrag.


  Freistellungsauftrag-Rechner




  Kapitalertrag  Euro  
  Freistellungsauftrag (max 801 Euro bzw. 1.602 für Ehegatten)  Euro    








   

Wozu dient ein Freistellungsauftrag?

Der Abgeltungsteuer auf eine Geldanlage im Privatvermögen unterliegen grundsätzlich etwa Dividenden sowie Zinserträge für Tagesgeldguthaben, Festgeldguthaben oder Sparbuchzinsen. Um den Sparerfreibetrag bereits beim Abzug der Kapitalertragsteuer in Anspruch zu nehmen, müssen Steuerpflichtige der Bank einen Freistellungsauftrag erteilen. Im Freistellungsauftrgag-Rechner lassen sich die steuerlichen Auswirkungen durch einen gestellten Freistellungsauftrag berechnen. Für die Korrektheit der Berechnungen wird keine Haftung übernommen.

Falls kein Freistellungsauftrag gestellt oder der Sparerfreibetrag trotz Freistellungsauftrag nicht vollständig ausgeschöpft wurde, so kann bei der Einkommensteuererklärung gem. § 32d Abs. 4 EStG beantragt werden, dass die Höhe der vom Kreditinstitut abgeführten Steuer im Steuerbescheid korrigiert wird und es zu einer Steuererstattung kommt.
   

Steuern sparen und Zinsen erhöhen

Wer auf der einen Seite Steuern sparen will, kann konsequenterweise auf der anderen Seite auch überlegen, wie die Zinseinnahmen gesteigert werden können. Häufig ergibt sich in diesem Zusammenhang die Überlegung, Guthaben vom Sparbuch auf ein Tagesgeldkonto zu transferieren, um keine Guthabenzinsen zu verschenken. Wer etwa auf dem unverzinsten Girokonto ein stetes Guthaben zu verzeichnen hat, kann z.B. mit einem Zinseszinsrechner berechnen, welche Zinseinnahmen dabei verloren gehen. Liegen diese Zinseinnahmen noch unter dem gestellten Freistellungsauftrag, sind bei der Berechnung auch grundsätzlich keine Steuerminderungen zu berücksichtigen.

Bei einem Anlagebetrag von etwa 10.000 Euro ergeben sich bei einem Zinssatz von 2,5% die jährlichen Zinseinnahmen in Höhe von 250 Euro. Wird ein Sparkonto nur mit 1% verzinst, ergeben sich bereits jährliche Zinsdifferenzzen von 150 Euro, während der Abgeltungsteuereffekt bei der 1%-igen Verzinsung nur ca. 25 Euro ausmacht. Oftmals wird der Aufwand für einen Wechsel des Gitro- oder Tagesgeldkontos sogar mit einer Gutschrift durch das neue Kreditinstitut belohnt. Falls auf Ihrem Bankkonto zu niedrige oder keine Zinsen gezahlt werden, können Sie neben dem folgenden Tagesgeldvergleich weiter unten einen ausführlichen Zinsvergleich vornehmen.



   

In welcher Höhe kann der Freistellungsauftrag gestellt werden?

Der Höchstbetrag liegt aktuell (Stand November 2013) bei 801 EUR. Bei der Zusammenveranlagung verdoppelt sich der maximale Freistellungsbetrag auf 1. 602 EUR. Bei Antragstellung muss versichert werden, dass der Freistellungsauftrag zusammen mit weiteren Freistellungsaufträgen an andere Banken oder Bausparkassen, den Höchstbetrag nicht übersteigt. Auch darf für höhere Kapitalerträge keine Erstattung oder Freistellung der Kapitalertragsteuer in Anspruch genommen werden. Weitere Einzelheiten finden Sie auf der Seite Sparerfreibetrag.info.    

Kapitalertragsbesteuerung und Freistellungsauftrag

Die Kapitalertragsteuer wird ähnlich der Lohnsteuer auf die festgesetzte Einkommensteuer des Steuerpflichtigen angerechnet. Mit Einführung der Abgeltungsteuer ab 2009 hat der Abzug dieser Steuer grundsätzlich eine abgeltende Wirkung. Dass bedeutet, dass die entsprechenden Kapitaleinnahmen im Privatvermögen, für welche der Steuerabzug vorgenommen wurde, in der Regel nicht mehr in der Steuererklärung erklärt werden müssen. Es gibt aber auch Ausnahmen bei denen eine Erklärung trotzdem erfolgen muss. Es sei zudem darauf hingewiesen, dass die Angabe der Einkünfte aus Kapitalvermögen in der Steuererklärung auich Steuervorteile bringen kann, z.B., wenn der Sparerfreibetrag (Sparerpauschbetrag) nicht voll ausgeschöpft wurde oder der persönliche Grenzsteuersatz unter 25% bzw. das Einkommen sogar unter dem Grundfreibetrag liegt. Schauen Sie hierzu auch auf die Seite Steuerfreibetrag.biz.    

Kann ein Freistellungsauftrag auch während des Jahres eingereicht werden?

Falls der Freistellungsauftrag erst gestellt wird, nachdem ein Steuerabzug bereits vorgenommen wurde, besteht für das Kreditinstitut die Möglichkeit nach § 44b Abs. 5 EStG, die Kapitalertragsteuer-Anmeldung zu berichtigen und dem Kontoinhaber einen bereits vorgenommenen Steuerabzug zu erstatten. Das Kreditinstitut ist aber auch berechtigt, den Kontoinhaber auf die Möglichkeit einer Erstattung durch das Finanzamt über die Einkommensteuererklärung hinzuweisen.    

Gemeinsamer Freistellungsauftrag bei Ehegatten

Ehegatten, die die Voraussetzungen der Zusammenveranlagung erfüllen, können ab 2009 sowohl einen gemeinsamen Freistellungsauftrag als auch Einzel-Freistellungsaufträge stellen, wobei ein gemeinsamer Freistellungsauftrag für Gemeinschaftskonten oder für Einzelkonten gilt. Für die Verlustverrechnung von Gewinnen und Verlusten bei Ehegatten auf verschiedenen Konten ist ab 2010 ein gemeinsamer Freistellungsauftrag Voraussetzung.    

Besteuerung bei einem Depotwechsel

Damit die das Depot übernehmende Bank die notwendigen Daten für die Besteuerung der Erträge erhält, muss bei einem Depotwechsel ab 2009 die übertragende inländische Bank alle Anschaffungsdaten der Wertpapiere der anderen inländischen Bank mitteilen.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass Depotgebühren oder andere Kosten wie etwa Steuerberatergebühren für Kapitaleinkünfte seit 2009 grundsätzlich nicht mehr als Werbungskosten abzugsfähig sind. Transaktionskosten hingegen mindern bei An- und Verkauf von Wertpapieren grundsätzlich den Veräußerungsgewinn. Bei der Entscheidung für ein neues Depot, Tagesgeldkonto oder Girokonto bzw. bei einem Wechsel wäre es aus steuerlichen Gründen daher ratsam, ein Depotkonto oder Tagesgeldkonto ohne Gebühren zu wählen.    

Freistellungsauftrag und Verlustverrechnung

Eine Verlustverrechnung beim kontoführenden Kreditinstitut erfolgt vor dem Verbrauch des Freistellungsauftrages. Kommt es zum Beispiel zu Aktiengewinnen, für die der Freistellungsauftrag nicht ausreicht, so würde ein verrechenbarer Aktienverlust den Freistellungsbetrag gegebenenfalls wieder aufleben lassen. Die Verrechnung von Verlusten mit entsprechenden Gewinnen hat also glücklicher Weise Vorrang vor der Ausnutzung des Freistellungsvolumens.

Falls Verluste bei einer Bank mit Gewinnen bei einer anderen Bank verrechnet werden sollen, so ist daran zu denken, gegebenenfalls rechtzeitig (Stand 2013: bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres) eine Verlustbescheinigung bei der entsprechenden Bank anzufordern, welche dem Finanzamt vorgelegt werden kann. Fragen Sie hierzu z.B. einen Steuerberater oder sprechen Sie mit Ihrem Kundenbetreuer.    

Wie erfährt das Finanzamt von der Höhe der gestellten Freistellungsaufträge?

Die Banken sind verpflichtet, dem Bundeszentralamt für Steuern bis Ende Mai des Folgejahres die Adressdaten und das Geburtsdatum der Personen, die den Freistellungsauftrag erteilt haben, mitzuteilen. Übermittelt werden auch die Erträge auf das Kapital, bei denen vom Steuerabzug Abstand genommen wurde. Die gesetzliche Grundlage findet sich in §45d EStG.

Weitere Details zum Freistellungsauftrag finden sich in §44a EStG. Ab 2011 kann ein Freistellungsauftrag nur dann erteilt werden, wenn der Steuerpflichtige seine Identifikationsnummer mitteilt. Zu beachten ist, dass bereits gestellte Freistellungsaufträge ohne Identifikationsnummer ab dem 01.01.2016 unwirksam werden.    

Welche Einnahmen unterliegen der Abgeltungsteuer?

Zu den dem Steuerabzug unterliegenden Kapitalerträgen gehören z. B. die Zinsen auf Bankkonten, wie Sparkonten, Festgeldkonten sowie Sichteinlagen wie Girokonten oder Tagesgelkonten. Aber auch Zinsen für Sparbriefe, Banksparpläne sowie Fremdwährungskonten oder Bausparguthaben unterliegen der grundsätzlich der Abgeltungsbestuerung.

Weiterhin zu nennen sind grundsätzlich z.B. Einnahmen aus Dividenden, Forderungswertpapieren oder Kursgewinne bei Wertpapieren. Für Ausnahmen und Details oder weitere der Abgeltungsbesteuerung unterliegende Erträge fragen Sie z.B. einen Steuerberater.    

Wo gibt es ein Download-Formular für den Freistellungsauftrag?

Im BMF Schreiben vom 02.07.2008 (IV C 1 - S 2056/0) wurde ein Muster für den Freistellungsauftrag herausgegeben. Das ausfüllbare Formular für den Freistellungsauftrag können Sie etwa unter Finanzamt.Bayern.de herunterladen. Sie finden dieses Formular auch auf dieser Seite unter dem Link Freistellungsauftrag-Formular. Es sei hier darauf hingewiesen, dass die Beschränkung des Freistellungsauftrages auf ein einzelnes Konto oder Depot bei der selben Bank ist nicht mehr erlaubt ist.    

Welche Steuererklärungssoftware für 2013 gibt es auf dem Markt?

Die Berechnung einer Steuererstattung ist etwa mit Hilfe einer geeigneten Steuersoftware möglich, falls der Fresistellungsbetrag nicht voll ausgeschöpft wurde. Über dem Sparerfreibetrag eibehaltene Kapitalertragsteuer kann auch dann vom Finanzamt erstattet werden, wenn etwa das zu versteuernde Einkommen sehr niedrig ist oder gar unter dem Grundfreibetrag liegt. Im letzten Fall empfiehlt es sich eventuell, eine NV-Bescheinigung beim Finanmzamt zu beantragen. Diese kann dann der Bank vorgelegt werden, um zu verhindern, dass ein Steuerabzug vorgenommen wird. Um zu ermitteln, ob es trotz Freistellungsauftrag zu einer Steuererstattung der Kapitalertragsteuer kommen kann, gibt es zahlreiche günstige Steuerprogramme auf dem Markt. Einige Steuersoftware-Programme finden Sie auf der unten angegeben Produktseite.    

Wann wird eine Steuerbescheinigung für das Finanzamt benötigt?

Eine Steuerbescheinigung dient als Nachweis für den Steuerabzug von der Bank. Diese Steuerbescheinigung wird etwa benötigt, wenn im Depot ein ausländischer, thesaurierender Investmentfonds geführt wird, oder der Freistellungsauftrag so aufgeteilt wurde, dass eine Besteuerung erfolgte, obwohl der Sparerpauschbetrag nicht erreicht wurde. Zudem benötigen Sie eine Steuerbescheinigung, wenn der persönliche (Grenz -) Steuersatz niedriger ist als die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent oder wenn über dem Freistellungsauftrag liegende Kapitalerträge besteuert wurden und kein Antrag auf Einbehaltung von Kirchensteuer bei der Bank gestellt wurde.    

Freistellungsauftrag und Kirchensteuer

Kirchensteuerpflichtige zahlen auf die Abgeltungsteuer in Abhängigkeit vom jeweiligen Bundesland 8 oder 9 Prozent Kirchensteuer. Hierfür kann mit dem Freistellungsauftrag ein Antrag auf Einbehalt der Kirchensteuer gestellt werden. In diesem Fall wird bem Steuerabzug durch das Kreditinstitut automatisch Kirchensteuer einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.

Werden dieser Antrag nicht gestellt und Steuern ohne Kirchensteuer einbehalten, so müssen die Erträge in der Steuererklärung (Anlage KAP) angeben werden. Das Finanzamt berechnet daraufhin die Kirchensteuer bzw. nimmt eine Günstigerprüfung vor.    

Freistellungsauftrag oder Nichtveranlagungsbescheinigung?

In manchen Fällen liegt die Höhe der Kapitalerträge über dem Sparerpauschbetrag, so dass von der Bank eine Besteuerung vorgenommen wird. Wenn es aber möglich ist, beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung zu erhalten, wird nach Vorlage dieser NV-Bescheinigung unabhängig von der maximalen Höhe des Freistellungsbetrages keine Besteuerung vom Kreditinstitut vorgenommen. Die Bescheinigung kann beim Finanzamt unter anderem von Privatpersonen mit geringen zu versteuernden Einkünften auf einem amtlichen Formular beantragt werden. Häufig wird die Nichtveranlagungsbescheinigung daher für Kinder sowie von Studenten, oder Rentnern beantragt. Näheres hierzu - speziell für Rentner - finden Sie auch auf der Seite über die Steuererklärung für Rentner.    

Weiterführende Links

Unter den beiden folgenden Links Einzelfragen zur Abgeltungsteuer und Einzelfragen zur Abgeltungsteuer; Ergänzung des BMF-Schreibens vom 18. Dezember 2009 oder Änderung der Freistellungsaufträge aufgrund des Steueränderungsgesetzes 2007 werden weitergehende Fragen zum Thema Abgeltungsteuer unf Freistellungsauftrag beantwortet.

Sollten Sie die gesuchten Informationen gefunden haben, empfehlen Sie die Seite Freistellungsauftrag.biz gerne weiter.


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freistellungsauftrag.biz - Inhaltsverzeichnis
1. Wozu dient ein Freistellungsauftrag?
2. Steuern sparen und Zinsen erhöhen
3. In welcher Höhe kann der Freistellungsauftrag gestellt werden?
4. Kapitalertragsbesteuerung und Freistellungsauftrag
5. Kann ein Freistellungsauftrag auch während des Jahres eingereicht werden?
6. Gemeinsamer Freistellungsauftrag bei Ehegatten
7. Besteuerung bei einem Depotwechsel
8. Freistellungsauftrag und Verlustverrechnung
9. Wie erfährt das Finanzamt von der Höhe der gestellten Freistellungsaufträge?
10. Welche Einnahmen unterliegen der Abgeltungsteuer?
11. Wo gibt es ein Download-Formular für den Freistellungsauftrag?
12. Welche Steuererklärungssoftware für 2013 gibt es auf dem Markt?
13. Wann wird eine Steuerbescheinigung für das Finanzamt benötigt?
14. Freistellungsauftrag und Kirchensteuer
15. Freistellungsauftrag oder Nichtveranlagungsbescheinigung?
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